Antihistaminika

Antihistaminika, auch bekannt unter den Namen Histamin-Rezeptorblocker und Histamin-Rezeptorantagonisten, sind Wirkstoffe welche die Wirkung von Histamin verringern oder aufheben. Die Wirkungsweise beruht darin, dass Antihistaminika Histamin-Rezeptoren blockieren.

Die ersten Antihistaminika wurden am Institut Pasteur von Daniel Bouvet, Ernet Fourneau und Anne-Marie Staub in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt. 1942 begann Bernard Halpern, ebenfalls am Institut Pasteur, mit dem medizinischen Einsatz dieser Substanzen in Form von Antergan. Die Anwendungsgebiete dieser Substanzen sind Allergien, Schlaflosigkeit, Magenschleimhautentzündungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Der Einsatz bei grippalen Infekten ist umstritten. Verabreicht werden Antihistaminika nur noch selten oral sondern vermehrt äußerlich in Form von Salben, Spray, Injektionen und Tropfen.

Antihistaminika werden gegen Allergien und  Schlaflosigkeit eingesetzt

Antihistaminika werden gegen Allergien und Schlaflosigkeit eingesetzt

Substanzklassen und deren medizinische Bedeutung

Antihistaminika sind sind vier Substanzklassen unterteilt

H1-Rezeptor-Antagonisten, die aufgrund ihres unterschiedlichen Vermögens die Blut-Hirnschranke (man nennt dies auch ZNS-Gängigkeit) zu überwinden, in drei Unterkategorien unterteilt sind.

  • H1-Rezeptor-Antagonisten erster Generation (gute ZNS-Gängigkeit)
  • H1-Rezeptor-Antagonisten zweiter Generation (schlechte bis gar keine ZNS-Gängigkeit)
  • H1-Rezeptor-Antagonisten dritter Generation (schlechte bis gar keine ZNS-Gängigkeit)

Letztere Kategorie ist unter Wissenschaftlern umstritten, da es sich um die Weiterentwicklung bestehender Medikamente handelt und man laut Kritikern die dritte Generation eher aus Gründen des Marketings nennt. Zudem sind noch die Klassen der H2-Rezeptor-Antagonisten, H3-Rezeptor-Antagonisten und der H4-Rezeptor-Antagonisten zu nennen.

Für die Medizin sind bis dato lediglich die Substanzklassen H1 (z.B. Cetirizin) und H2 (beispielsweise Ranitidin) von Bedeutung. H3-Rezeptor-Antagonisten befinden sich in medizinischen Tests. Eine Sonderstellung nehmen hierbei die Mastzellstabilisatoren wie z.B. Cromoglycin ein, denn sie inhabieren nicht direkt die Wirkung von Histamin, sondern reduzieren stattdessen die Sekretion aus Mastzellen.

Nebenwirkungen von Antihistaminika

Nebenwirkungen können sich so äußern

  • Durchfall
  • Hautausschlag
  • Kopfschmerzen
  • Verstopfung

Selten sind

  • juckende Hautausschläge
  • Hautrötungen
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Bewegungsstörungen
  • schwere Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Verwirrtheitszustände
  • Unruhezustände
  • Halluzinationen
  • Depressionen
  • Haarausfall
  • Veränderungen des Blutbilds

Sehr selten können auftreten

  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Herzryhthmusstörungen
  • Potenzstörungen
  • Libidoverlust
  • Brustdrüsenvergrößerung beim Mann
  • Nierenentzündungen

Promethazin

Bei Promethazin handelt es sich um einen Wirkstoff, der zur Behandlung von Allergien eingesetzt wird. Es ist ein H1-Antihistaminikum, das über eine starke beruhigende Wirkung verfügt. Promethazin kann aber auch bei Schlafstörungen zum Einsatz kommen. Das Medikament ist äußerst wertvoll, denn es kann den körpereigenen Botenstoff Dopamin behindern. Es wird den schwach wirksamen Neuroleptika zugewiesen und ist vielseitig einsetzbar.

Die Anwendungsgebiete des Medikaments:

In den meisten Fällen wird Promethazin bei Psychosen eingesetzt. Es dient zur Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angststörungen. Da das Medikament eine beruhigende Wirkung hat, wird es häufig vor einer Narkose verabreicht. Damit kann dem Patienten die Angst vor einer Operation genommen werden. Promethazin wird jedoch in weiteren Bereichen angewendet, nämlich bei Schwindel und Erbrechen sowie bei Reisekrankheiten. Darüber hinaus kann es bei Hautausschlägen und Heuschnupfen sowie bei Juckreiz eingesetzt werden. Besonders hilfreich ist das Medikament bei Asthma.

Die Nebenwirkungen des Arzneimittels:

Wie fast jedes Medikament kann auch Promethazin Nebenwirkungen haben. Allerdings reagiert jeder Mensch anders auf die Wirkstoffe, deshalb müssen sie nicht immer auftreten. Es kann vorkommen, dass ein Patient allergisch darauf reagiert. Wenn das der Fall ist, sollte der Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen und sich informieren. Die Nebenwirkungen, die häufig auftreten sind unter anderem Müdigkeit, Schläfrigkeit und Schlafstörungen sowie Schwächeerscheinungen. Es kann auch zu Schwindel, Unruhe und Benommenheit kommen. Das Medikament verursacht oftmals Bewegungsstörungen, Muskelsteifheit und Zittern. Weitere Nebenwirkungen nachfolgend im Überblick:

  • Parkinson-Syndrom
  • Frühdyskinesien
  • Unwillkürliche Kopf- und Gesichtsbewegungen
  • Niedriger Blutdruck

Das Medikament darf nicht von jedem Patienten eingenommen werden!

Es kann sein, dass nicht alle Patienten das Arzneimittel einnehmen dürfen. Promethazin sollte vermieden werden, wenn der Betroffene empfindlich auf das Medikament reagiert. Es darf außerdem nicht verwendet werden, wenn der Patient unter einem Kreislaufschock leidet oder im Koma liegt. Verboten ist Promethazin ebenfalls bei akuten Vergiftungen, die durch Alkohol oder Schmerz- und Schlafmittel verursacht wurden. Das Medikament sollte auf keinen Fall ohne ärztliche Absprache eingenommen werden. Während einer bestehenden Schwangerschaft sollte Promethazin nicht angewendet werden, da die Auswirkung bisher nicht ausreichend untersucht wurde. Kindern und Jugendlichen sollte das Arzneimittel lediglich verabreicht werden, wenn eine zwingende Notwendigkeit besteht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Während Patienten das Medikament einnehmen, sollten sie keinen Alkohol trinken. Es ist empfehlenswert, das Blutbild und die Leberfunktion sowie die Nierenfunktion in der Behandlungszeit regelmäßig kontrollieren zulassen. Außerdem sollten Patienten auf Kaffee und Tee verzichten oder den Konsum reduzieren.